Nicht jede dauerhaft feuchte Gartenfläche braucht sofort eine Drainage. Entscheidend sind Ursache und Ausmaß des Problems: Je nach Bodenbeschaffenheit können bereits Lockerung und Bodenverbesserung ausreichen, während bei hartnäckiger Vernässung eine gezielte Entwässerung notwendig sein kann.

Schwere Ton- und Lehmböden können große Mengen Wasser speichern, lassen die überschüssige Feuchtigkeit jedoch meist nur langsam versickern. Die Folge: Staunässe im Garten. Diese vernässt Beete und Rasen dauerhaft, beeinträchtigt das Bodenleben und schädigt die Pflanzenwurzeln.
Erfahren Sie in diesem Ratgeber, wie Sie Staunässe erkennen, Lehmböden wasserdurchlässiger machen können und welche Lösung für Ihren Garten passend ist.
Es ist wichtig, Staunässe zu vermeiden. Dafür muss jedoch zunächst die Ursache gefunden werden. Meist helfen bereits eine Verbesserung der Bodenstruktur, organisches Material und Bodenlockerung. Sind Flächen dauerhaft vernässt, ist eine fachgerecht eingebaute Drainage mit Dränschicht und Geotextil sinnvoll.
Wenn Gießwasser oder Regenwasser nicht schnell genug abfließen oder im Boden versickern kann und sich für längere Zeit im Bereich der Wurzeln sammelt, entsteht Staunässe. Die mit Luft gefüllten Bodenporen werden dabei mit Wasser gefüllt, wodurch die Pflanzenwurzeln weniger Sauerstoff erhalten.
Staunässe kann das Pflanzenwachstum hemmen und zu Vergilbungen bis hin zum Absterben der Pflanzen führen. Häufig tritt zudem Wurzelfäule auf. Auch der Boden selbst kann verschlämmen und sich weiter verdichten. Im Rasen kann sich außerdem verstärkt Moos bilden.
Wichtig zu wissen: Ein nur kurzzeitig nasser Boden nach Regen stellt nicht automatisch Staunässe dar.
Schwere Ton- und Lehmböden verfügen über einen besonders hohen Anteil an feinen Bodenpartikeln. Sie können Nährstoffe und viel Wasser speichern.
Allerdings finden sich in diesen Böden nur wenige große Poren, durch die überschüssiges Wasser schnell versickern oder abfließen kann. Wenn Sie Ihren Lehmboden verbessern möchten, dann müssen Sie zunächst genau diese grundlegende Eigenschaft verstehen.
Zusätzliche Verdichtung durch Bauarbeiten, häufiges Betreten der nassen Fläche, schwere Maschinen oder bereits verdichtete Unterbodenschichten kann das Staunässe-Problem weiter verschlimmern. Auch fehlendes Geländegefälle oder Senken können dafür verantwortlich sein, dass sich an bestimmten Stellen Regenwasser sammelt.
Staunässe können Sie an diesen typischen Hinweisen erkennen:
Auch Bodenverdichtung kann der Grund sein, warum Regenwasser nur langsam versickert. Vorübergehende Wasseransammlungen werden vom Umweltbundesamt ausdrücklich als mögliche Anzeichen für verdichteten Boden genannt. Sie fragen sich nun: Was tun bei Staunässe? Beobachten Sie genau, wie lange und wo sich das Wasser hält.
Ein simpler Test lässt erkennen, wie wasserdurchlässig der Boden in Ihrem Garten wirklich ist:
Das Wasser bleibt längere Zeit in der Grube stehen? Dies deutet auf eine verdichtete Bodenschicht bzw. auf eine geringe Wasserdurchlässigkeit hin. Führen Sie diesen Test am besten an mehreren Stellen in Ihrem Garten durch, denn die Bodenverhältnisse können stark variieren.

Es muss nicht immer sofort eine Drainage sein. Oft helfen auch bereits weniger aufwändige Maßnahmen.
Das Ziel: Wasserführung, Durchlüftung, Porenvolumen und Bodenstruktur langfristig verbessern. Eine Drainage muss jedoch nicht automatisch die erste Maßnahme sein.
Nutzen Sie einen Sauzahn, eine Grabegabel oder anderes geeignetes Gartengerät, um verdichtete obere Bodenschichten zu lockern. Wichtig ist jedoch, dass Sie den Boden nicht in sehr nassem Zustand bearbeiten, da dies neue Verdichtungen verursachen kann.
Finden Sie tiefere Verdichtungsschichten, brechen Sie diese gezielt auf. Handelt es sich um stark verdichteten Untergrund nach Bauarbeiten, kann eine tiefgründige Bodenlockerung lehmigen Boden verbessern.
Reifer Kompost und anderes geeignetes organisches Material verbessern die Bodenstruktur langfristig. Sie fördern die Krümelstruktur und das Bodenleben. Dadurch entstehen größere Poren, über die Luft und Wasser besser transportiert werden. Diese Bodenverbesserung im Lehmboden ist keine einmalige Maßnahme, sondern ein langfristiger Prozess.
Abhängig von der Bodenzusammensetzung kann die Struktur durch Beimischung geeigneter grobkörniger mineralischer Materialien verbessert werden.
Beispielsweise durch groben Sand. Die notwendige Menge sowie die Art sind dabei stark von der vorhandenen Bodenstruktur abhängig. Wenn Sie einen Lehmboden wasserdurchlässig machen wollen, wird das Problem nicht einfach durch eine dünne Sandschicht gelöst.

Sie wollen Ihren Lehmboden wasserdurchlässig machen? Mit unserer praktischen Anleitung wird das ganz einfach.
Finden Sie im ersten Schritt heraus, ob es sich tatsächlich um Lehmboden bzw. Tonboden oder um eine lokale Verdichtung handelt. Markieren Sie sämtliche Stellen, an denen Wasser lange stehen bleibt.
Liegt eine tiefe liegende Sperrschicht vor oder ist lediglich die Oberfläche verdichtet? Befindet sich die Fläche in einer Senke? Fließt zusätzlich Regenwasser von versiegelten Flächen, Dach oder Terrasse auf die Stelle?
Brechen Sie nun die verdichteten Bereiche mechanisch auf. Führen Sie diese Arbeit, wenn möglich bei nicht durchnässten, nur mäßig feuchtem Boden durch.
Arbeiten Sie organisches Material in den Boden ein. Zum Beispiel Kompost. Geben Sie, je nach Bodenart, geeignetes grobkörniges mineralisches Material hinzu.
Vermeiden Sie es, den Boden regelmäßig zu verdichten, und betreten Sie die Beete möglichst nur, wenn es notwendig ist. Organische Mulchschichten können zusätzlich das Bodenleben fördern und zu einer besseren Bodenstruktur beitragen.
Hat sich die Versickerung verbessert? Prüfen Sie weitere Entwässerungsmaßnahmen, um Staunässe zu verhindern, wenn die Fläche weiterhin regelmäßig vernässt.
Je nach Ursache und Ausmaß der Staunässe kommen unterschiedliche Maßnahmen infrage. Die folgende Übersicht zeigt, welche Lösung sich für die jeweilige Situation anbieten kann.
| Situation | Mögliche Lösung |
| Leicht verdichtete Oberfläche | Boden lockern |
| Schwerer Lehmboden, keine dauerhafte Vernässung | Bodenstruktur verbessern |
| Kleine einzelne Problemstellen | punktuelle Entwässerung/Bodenverbesserung |
| Größere dauerhaft vernässte Fläche | Drainage prüfen |
| Wasseransammlung aufgrund Geländegefälle | Oberflächenentwässerung prüfen |
| Extrem schlecht versickernder Untergrund | Kombination aus geeigneter Wasserableitung und Drainage prüfen |
Nicht bei jeder Fläche ist eine vollständige Geotextil-Bodenverstärkung notwendig. Um Staunässe zu beseitigen, reichen bei leichten Verdichtungen oftmals bereits einfache Maßnahmen aus. Eine Drainage im Garten mit Lehmboden funktioniert nur, wenn das angesammelte Wasser anschließend an geeigneter Stelle versickert oder kontrolliert abgeleitet werden kann.
Da Wasser dort gestaut werden kann, eignen sich Böden mit hohem Tonanteil laut Umweltbundesamt nur eingeschränkt für die direkte Versickerung. Das sollten Sie bei der Lehmboden Drainage berücksichtigen.

Dränschichten bzw. Drainagerohre sammeln überschüssiges Wasser aus vernässten Böden und führen es zu einem geeigneten Versickerungs- oder Entwässerungspunkt. Vor allem bei sehr schwerem Boden und dauerhaft nassen Gartenbereichen kann eine Drainage im Garten mit Lehmboden sinnvoll sein.
Zu den Bestandteilen der Lehmboden Drainage zählen:
In unserem Shop finden Sie eine umfassende Auswahl an Geotextilien und Vliesstoffen und passende Gewebe für Drainagen. Für viele Drainageanwendungen sind auch Geoverbundstoffe geeignet. Hilfreiche Tipps zum Geotextil-Kauf vom Experten sowie einen Überblick über sämtliche passenden Geokunststoffe, um Staunässe zu vermeiden, finden Sie ebenfalls bei uns.
Die gute Nachricht: Nicht jeder nasse Bereich im Garten muss vollständig trockengelegt werden. Bei Flächen, die naturgemäß feuchter bleiben, kann stattdessen die Pflanzenauswahl an den feuchten Standort angepasst werden.
Folgende Pflanzen kommen, abhängig von Sorte und Art, mit feuchten bzw. schweren Böden zurecht:
Beachten Sie stets die zusätzlichen Standortfaktoren wie Schatten bzw. Sonne, dauerhaft nass oder zeitweise feuchter Boden, die Winterhärte sowie den pH-Wert des Bodens.
Wichtig zu wissen: Auch Pflanzen für feuchte bzw. nasse Standorte lösen keine extreme oder bauliche Staunässe. Sie können jedoch die passende Gestaltung für natürlich feuchte Gartenbereiche sein.
Vermeiden Sie unbedingt diese Fehler:

Typische Hinweise sind faulende oder gelbe Wurzeln, verkümmernde Pflanzen, Moosbildung, dauerhaft matschiger Boden sowie Pfützen, die nach Regen lange stehen bleiben. Überprüfen Sie die Wasserdurchlässigkeit und die Bodenstruktur, wenn diese Probleme immer wieder an der gleichen Stelle auftreten.
Einen schweren Ton- oder Lehmboden können Sie vor allem durch regelmäßige Bodenlockerung und durch den Aufbau einer stabilen Bodenstruktur verbessern. Geeignetes organisches Material und reifer Kompost fördern das Bodenleben und die Krümelstruktur. Abhängig von der Bodenbeschaffenheit kann die Durchlässigkeit erhöht werden, indem zusätzlich grobkörnige, mineralische Bestandteile eingearbeitet werden.
Klären Sie im ersten Schritt, warum das Wasser nicht versickert. Ist eine leichte Verdichtung der Grund, helfen meist Bodenverbesserung und Bodenlockerung. Bei dauerhaft vernässtem Lehmboden kann eine geregelte Wasserableitung oder eine Drainage nötig sein.
Die Drainage sammelt überschüssiges Wasser in einem Drainagerohr bzw. einer wasserdurchlässigen Dränschicht und führt es ab. Das Filtervlies trennt Drainagematerial und Lehmboden und verhindert das Zersetzen der Dränschicht durch feine Bodenpartikel.
Lehmboden kann durch organisches Material, mechanische Lockerung und je nach Bodenstruktur geeignete mineralische grobkörnige Bestandteile verbessert werden. Das Ziel ist eine stabile Krümelstruktur und größere Bodenporen, durch die Luft und Wasser besser transportiert werden können.
Für schwere, feuchte Böden sind verschiedene Seggen, Sumpf-Schwertlilien, Wasserdost, Mädesüß, Blutweiderich und Astilben geeignet. Wichtig ist, ob der Standort dauerhaft vernässt oder feucht ist und ob er schattig, halbschattig oder sonnig liegt.
Schwere Lehmböden sind wertvolle Nährstoff- und Wasserspeicher. Jedoch kann ihre geringe Durchlässigkeit zu Staunässe führen. Eruieren Sie die Ursache und schöpfen Sie vor einer Drainage simple Maßnahmen wie Bodenverbesserung und Bodenlockerung aus.
Ziehen Sie bei dauerhaft vernässten Flächen eine fachgerecht geplante Drainage in Betracht. Geotextilien fungieren als Filter und übernehmen eine wichtige Trennfunktion zwischen Dränschicht und Lehmboden.
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